Der August zeigte sich außergewöhnlich stark an den globalen Aktienmärkten, die meisten bekannten Indizes lagen auf Monatssicht im Plus. In ganz besondere Höhen rauschten dabei Minen- und Rohstoffaktien. Im Gegensatz zu den für die Kurssprünge verantwortlichen internationalen Investoren blieben die österreichischen Anleger verhältnismäßig entspannt – Nachschießen von Kapital war kaum zu beobachten, Gewinnmitnahmen hielten sich in Grenzen. Nur SpaceX sticht hervor. Das zeigt eine Auswertung des Anlageverhaltens von mehr als 430.000 österreichischen flatex-Kunden.
Die Kursanstiege haben sich auch in den Depots der österreichischen flatex-Anleger bemerkbar gemacht, das in Aktien gebundene Kapital legte spürbar zu. Zu einer erhöhten Aktivität haben sich die Anleger allerdings nicht verleiten lassen. Denn trotz einer neuen Rekordmarke bei den aktiven flatex-Depots verzeichnete der August die im bisherigen Jahr geringste Anzahl an Einzel-Trades (656.957).
Von den 15 Aktien mit dem größten Zuwachs beim investierten Kundenvermögen verzeichneten lediglich zwei einen nennenswerten negativen Net Flow. Anders ausgedrückt: Nur in zwei Fällen haben die Anleger auf steigende Kurse per Saldo mit deutlicheren Verkäufen reagiert. Bei Palantir stand einem Kursplus von 51,8 Prozent ein negativer Net Flow von 11,4 Prozent gegenüber, bei SAP waren es plus 20,2 Prozent Kurs und minus 9,5 Prozent Net Flow.
WENIGE ROHSTOFFE
Besonders auffällig war die Passivität der Anleger im Rohstoffsektor, der im August mit einem Wachstum von 24,2 Prozent den stärksten Zuwachs des Anlegerkapitals verzeichnete, angetrieben von einer breiten Rally bei Goldminenwerten. Almonty Industries wuchs in den Depots um 60,9 Prozent, European Lithium kam auf ein Plus von rund 41 Prozent und auch Wheaton Precious Metals sowie First Majestic Silver legten jeweils um mehr als 38 Prozent zu. Bei so gut wie allen Rohstoff- und Minenwerten ging der Anstieg jedoch überwiegend auf die reine Kursentwicklung zurück, die Netto-Zu- und -verkäufe waren minimal.
Tobias Spreiter, Head of flatex, ordnet die Entwicklung ein: „Minen- und Bergbauwerte fallen besonders ins Auge, aber die Passivität der Anleger im August zieht sich quer durch alle Branchen. Selbst im sonst so bewegten Technologiesektor wurden Kursanstiege nur selten für Gewinnmitnahmen genutzt, während Rücksetzer kaum zu verstärkten Käufen führten. Im Endeffekt sind die Anleger aber gut damit gefahren.“
Die große Ausnahme in der Sommerpause: SpaceX. Der Kurs des Raumfahrtunternehmens legte im August um 34,5 Prozent zu, das in der Aktie gebundene Kundenvermögen stieg aber sogar um 64,7 Prozent. Der Net Flow lag bei plus 30,2 Prozent, die österreichischen flatex-Anleger haben hier also tatsächlich mit spürbarem frischem Kapital nachgekauft, statt wie bei den meisten anderen Werten nur vom Kursanstieg zu profitieren. Mit Blick auf die Depots insgesamt fiel auf, dass im Zuge der Kapitalzuwächse die Cash-Quote der flatex-Kunden auf 4,9 Prozent, und damit den bisher niedrigsten Stand in diesem Jahr sank. Spreiter abschließend: „flatex Kunden haben im August sehr zurückhaltend agiert. Nun bleibt abzuwarten, ob mit dem Ende der Sommerpause im September wieder mehr Dynamik in den Markt zurückkehrt.“

