Allein im vergangenen Jahr kamen 43 Menschen durch einen Brandausbruch ums Leben, teilte das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) jüngst mit. Zwei Drittel der tödlichen Brandereignisse passierten in den Herbst- und Wintermonaten, mehr als 90 Prozent davon in den eigenen vier Wänden. Häufige Ursachen waren glimmende Zigarettenreste, Kerzen, überhitztes Fett, auf Herdplatten abgelegte Gegenstände und Feuerungsanlagen. Stichwort Heizen z. B. in Oberösterreich: Nach Angaben der dortigen Brandverhütungsstelle entstehen in dem Bundesland jährlich rund 1.100 Brände mit Schäden ab 2.000 Euro, wovon etwa jeder zehnte auf das Heizen zurückzuführen ist. Bundesweit ist das Versterben jedes zehnten Brandtoten auf den Umgang mit Feuerstätten zurückzuführen.
Die Zahlen sind erschreckend und zeigen zweierlei: Angesichts der Brandgefahren ist es ratsam, den eigenen Haushalt durch eine Haushaltsversicherung abzusichern. Nicht nur das, die Deckungssummen sollten auch in größeren Abständen überprüft werden, damit im Ernstfall keine Unterversicherung besteht. Von zentraler Bedeutung ist es aber auch, in potenziellen Gefahrenbereichen achtsam zu agieren und sich auf einen möglichen Brandausbruch faktisch vorzubereiten. Nach Erfahrungen der KFV-Experten handeln viele Menschen im Brandfall zu spät, falsch oder gar nicht und unterschätzen die Dynamik eines solchen Ereignisses. So ergaben Befragungen von Personen, die einen Brandausbruch bereits erlebt haben, dass nur jeder Vierte es für notwendig hält, im Brandfall einen Notruf abzusetzen. Mehr als jeder zweite Brandüberlebende versuchte zunächst, den Brand selbst einzudämmen. Doch trotz solcher Fehleinschätzungen und dokumentierter Risikosituationen waren 43 Prozent der Befragten der Meinung, keine Fehler begangen zu haben.
Zwei Handlungsfelder
Gegensteuern lässt sich auf zwei Handlungsfeldern. Erstens ist es sinnvoll, sich bestehende technische Hilfsmittel zunutze zu machen. Jeder dritte Teilnehmer der genannten Umfrage hatte keinen einzigen Rauchmelder im eigenen Haushalt angebracht, als der Brand ausbrauch. Tatsächlich besteht vielfach je nach Bundesland eine Rauchmelderpflicht nur in Neu- und Umbauten, nicht aber in bestehenden Wohnungen. Davon sollte man sich aber nicht leiten lassen. Denn Warnmelder geben im Brandfall frühzeitig Alarm. Sekunden, die wertvoll sein können. Außerdem sollten Löschhilfen griffbereit sein. Das KFV empfiehlt eine Löschdecke in der Küche aufzubewahren und einen Handfeuerlöscher im Wohnbereich. Mit letzterem sollte man sich natürlich vertraut machen, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt.
Zweitens braucht es nach Erfahrungen der Experten ein Risikobewusstsein und regelmäßige Übungen, um Verhaltenssicherheit zu erlangen. So habe die Befragung auch gezeigt, dass die Handlungsfehler bei Wohnungsbränden selten auf panisches Verhalten zurückzuführen sind. Entscheidend sind vielmehr kognitive Verzögerungen, Stress, Unsicherheit und Fehleinschätzungen. Folglich ist es ratsam, über dieses Thema in der Haus- oder Lebensgemeinschaft zu sprechen. Vermittler können hierfür einen pragmatischen Anstoß geben. Denn im Alltag kommen solche Sicherheitsthemen schnell unter die Räder. Die drei wichtigsten Expertentipps im Brandfall: Ruhe bewahren, das Gebäude sofort verlassen und anderen nur helfen, wenn man sich nicht selbst gefährdet sowie auch bei kleineren Bränden die Feuerwehr unter 122 alarmieren.

