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Pension der Generationen sichern

Januar 2026
Das Pensionssystem basiert fast ausschließlich auf dem Umlageverfahren. Laut Experten der Valida Vorsorge und ECO Austria ist ein Mischsystem aus Umlage und Kapitaldeckung deutlich resilienter und ermöglicht langfristig höhere Pensionsleistungen.
Valida Vorsorge
Philipp Mayer, Valida Vorsorge

Die zentrale Herausforderungen des österreichischen Pensionssystem sowie konkrete Vorschläge, wie das System langfristig stabilisiert und generationenfit gestaltet werden kann, erläutern die Valida Vorsorge Management und ECO Austria. Laut Valida-CEO Martin Sardelic, Valida-Vorstand Philipp Mayer und Monika Köppl-Turyna, Direktorin ECO Austria, sei dabei eine starke zweite Säule unverzichtbar. Doch welche Schritte müssen gesetzt werden?

Das österreichische Pensionssystem basiert fast ausschließlich auf dem Umlageverfahren. Bereits heute sind über 30 Milliarden Euro staatliche Zuschüsse jährlich erforderlich, um die laufenden Pensionen zu finanzieren. Gleichzeitig wächst die Belastung durch die demografische Entwicklung: Während das Verhältnis der Menschen im Erwerbsalter zu Pensionist:innen 1910 noch 9:1 betrug, wird es bis 2050 auf 2:1 sinken.

Köppl-Turyna zeigte anhand des Beispiels Dänemark, dass ein starkes Mischsystem aus Umlage und Kapitaldeckung deutlich resilienter ist und langfristig höhere Leistungen ermöglicht. „In Österreich haben wir das Potenzial der zweiten Säule noch nicht ausgeschöpft. Umso wichtiger ist es, rasch von erfolgreichen Pensionssystemen zu lernen – nicht nur, um unsere Altersvorsorge zukunftssicher zu machen, sondern auch, um unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig zu stärken“, so Köppl-Turyna.

„Der Finanzierungsdruck für den österreichischen Staat ist enorm, gleichzeitig ist die zweite Säule noch zu schlank, um das Pensionssystem nachhaltig zu stabilisieren. Länder wie Dänemark zeigen, wie ein zukunftsfähiges System mit einer starken zweiten Säule ausschauen kann“, so Sardelic.

ZUKUNFTSFÄHIGES MISCHSYSTEM

Ein stabiles Mischsystem, bei dem rund 30 Prozent der Pensionen aus der zweiten Säule kommen, kann die Pensionen für künftige Generationen sichern. „Aus einem Zahnstocher wird so eine wichtige Stütze im System. Ein Mehrsäulenmodell streut Risiken deutlich breiter und gewährleistet ein entsprechend höheres Maß an Stabilität“, betonte Mayer. Die betriebliche Vorsorge soll dabei flächendeckend für alle Erwerbstätigen zugänglich werden.

Profitieren würden von einem solchen Mischsystem alle: Der Staat, weil sinkende Zuschüsse den öffentlichen Haushalt spürbar entlasten; die Generation Alpha (ab Jahrgang 2011), die in ein stabileres und nachhaltiges System hineinwächst; alle Erwerbstätigen, die durch eine effizientere Kapitalanlage und eine flächendeckende betriebliche Vorsorge bessere Chancen auf eine höhere Zusatzpension erhalten; sowie die Volkswirtschaft, die langfristig von einer höheren Kaufkraft künftiger Pensionisten profitiert.

NOTWENDIGE SCHRITTE

„Ein erster wichtiger Schritt in Richtung eines zukunftsfähigen Mehrsäulenmodells wäre, die Abfertigung Neu künftig verstärkt der Pensionsvorsorge zu widmen. In der Regel sollten die Abfertigungsguthaben von den Betrieblichen Vorsorgekassen bis zum Pensionsantritt veranlagt und anschließend mittels Generalpensionskassenvertrag als Zusatzpension verwendet werden. Die optimale Veranlagung erfolgt über ein Lebensphasenmodell, bei dem die Kapitalanlagestrategie laufend an das Alter der Kunden angepasst wird. Auf diese Weise lassen sich Risiken systematisch reduzieren und zugleich über das gesamte Erwerbsleben deutlich höhere Erträge erzielen“, so Mayer.