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Realismus statt Hoffnung

Januar 2026
Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Kathrein Privatbank präsentierte CEO Stefan Neubauer den Marktausblick für 2026.
Kathrein Privatbank
Stefan Neubauer, Kathrein Privatbank

Trotz zuletzt zunehmender Nervosität auf den Märkten blickt die Kathrein Privatbank optimistisch auf das Jahr 2026. CEO Stefan Neubauer präsentierte dazu den Jahresausblick: Die geopolitischen Herausforderungen, wie der Krieg in der Ukraine, die zunehmend imperialistischen Tendenzen der USA und die Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik werden nicht weniger. Dennoch bleibt das Umfeld für Aktien konstruktiv. Die Märkte preisen Zinssenkungen in den USA ein, was potenziell zu positiven Impulsen für US-Aktien führen könnte. Darüber hinaus wird Trump alles daran setzen, vor den Zwischenwahlen im November die Wirtschaft am Laufen zu halten. Die Inflation könnte aber höher bleiben, als der Markt gemeinhin erwartet.

„2026 gehen wir von einem positiven Umfeld für Aktien aus, da aus heutiger Sicht eine Rezession in den USA unwahrscheinlich ist, auch wenn sich der Arbeitsmarkt abgekühlt hat. Der Markt preist zwei Zinssenkungsschritte in den USA ein, die potenziell positive Impulse für US-Aktien bringen könnten“, so Neuabuer. Die Entwicklung des US-Arbeitsmarktes bleibt jedoch entscheidend, da dieser einen erheblichen Einfluss auf die Entscheidungen der Federal Reserve hat. Die Arbeitslosenquote hat zuletzt zugenommen, was den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren darstellt. Diese Daten verdeutlichen die Unsicherheiten, mit denen die US-Notenbank konfrontiert ist, insbesondere in Bezug auf die Inflationsbekämpfung und die Stabilisierung des Arbeitsmarktes.

Zusätzlich könnte der „One Big Beautiful Bill Act“, der darauf abzielt, die Wirtschaft weiter anzukurbeln, einen Investitionsschub auslösen. Positive Entwicklungen in den Friedensverhandlungen in der Ukraine könnten ebenfalls die europäischen Märkte beleben, die im Jahr 2025 bereits überdurchschnittlich abgeschnitten haben. Trotz dieser positiven Aussichten bleibt die hartnäckige Inflation in den USA ein Risiko, das die Marktteilnehmer im Auge behalten sollten.

STRATEGISCHE ANPASSUNGEN

„Wir haben unsere Portfolioallokation optimiert, um dem verbesserten Wachstumsausblick Rechnung zu tragen und robuste Absicherungen gegen hartnäckige Inflationsraten zu integrieren“, sagt Neubauer. Im vierten Quartal 2025 hat die Kathrein Privatbank strategische Anpassungen in ihrem Portfolio vorgenommen. Die Allokation in defensiven Value-Aktien wurde reduziert, um Platz für eine breitere Partizipation am Markt zu schaffen. Stattdessen wurde das Kapital in globale Aktien umgeschichtet, um von der prognostizierten weltweiten Konjunkturerholung und dem Gewinnwachstum der Unternehmen zu profitieren.

Auf der Anleiheseite hat die Kathrein Privatbank auf die Erwartung einer hartnäckigen Inflation reagiert, indem sie Positionen in inflationsgeschützte Anleihen sowohl in US-Dollar als auch in Euro aufgebaut hat. Gleichzeitig wurde das Währungs- und Bonitätsrisiko in US-Dollar-Staatsanleihen und Hochzinsanleihen reduziert. Diese Maßnahmen sollen die laufende Verzinsung im Heimatwährungsraum erhöhen und die Abhängigkeit von volatilen Währungsschwankungen verringern.