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Droht eine Blase in der „New Space“-Wirtschaft? 

Juni 2026
Der Börsengang von Elon Musks SpaceX rückt die gesamte Branche verstärkt in den Anlegerfokus. Heinz-Werner Rapp, FERI Cognitive Finance Institute, mahnt, auch die Risiken gut im Auge zu behalten.
FERI Cognitive Finance Institute
Heinz-Werner Rapp, FERI Cognitive Finance Institute

Der anstehende Börsengang der Raumfahrtfirma SpaceX wird Elon Musk vermutlich zum Billionär machen, zugleich auch die Zusammensetzung wichtiger Börsenindizes deutlich verändern. „Die Zukunftsthemen Raumfahrt und Weltraumwirtschaft rücken damit verstärkt ins Blickfeld vieler Investoren“, konstatiert Heinz-Werner Rapp, Gründer und Leiter des FERI Cognitive Finance Institute, in seinem aktuellen Marktkommentar. Darin analysiert er die Entwicklungen:

Dieser Gesamtkomplex, auch bekannt als „New Space“, werde enorme Chancen bieten und etablierte Geschäftsmodelle in vielen Branchen strategisch herausfordern.

STRATEGISCHE CHANCEN

„Von vielen Investoren unbemerkt hat sich der Weltraum zu einer äußerst lukrativen Domäne entwickelt. Massiv gesunkene Kosten spielen dabei eine zentrale Rolle“, betont Rapp. In den vergangenen zehn Jahren seien die Preise für den Transport von Nutzlast in den Erdorbit um bis zu 90 Prozent gefallen. Großen Anteil daran habe der von SpaceX forcierte Einsatz wiederverwendbarer Raketenmodule. „Das Ausbringen von Satelliten und anderen Objekten im Orbit wird damit erstmals zu einem berechenbaren und profitablen Geschäftsmodell“, erklärt Rapp.

Künftig biete sich damit die Möglichkeit, die Infrastruktur ganzer Wirtschaftssektoren, speziell im Bereich Datenkommunikation, von der Erde in den Weltraum zu verlagern und dadurch enorme Skalenvorteile zu realisieren. „Das satellitenbasierte Starlink-Kommunikationssystem, ebenfalls von SpaceX, ermöglicht globale Skalierung und ist deshalb hochprofitabel“, betont Rapp. Solche Erfolge seien ein Indiz dafür, wie terrestrische Geschäftsmodelle künftig durch weltraumbasierte Operationen disruptiert oder abgelöst werden könnten. „Auch eine Auslagerung von KI-Rechenzentren ins Weltall ist mittelfristig denkbar, erscheint aber vorerst noch spekulativ“, so Rapp.

RISIKEN NICHT UNTERSCHÄTZEN

Der anstehende SpaceX-Börsengang könne als wichtiger Katalysator für die weitere Entwicklung des erdnahen Weltraums dienen. Bei einer Abschätzung möglicher Chancen im New Space sollten mögliche Risiken aber nicht vernachlässigt werden, warnt das FERI Cognitive Finance Institute. So habe die Explosion der Rakete „New Glenn“ des Weltraumunternehmens Blue Origin, im Besitz von Amazon-Gründer Jeff Bezos, dessen Ambitionen im Weltall deutlich zurückgeworfen.

„Auch die zunehmende Anzahl von Satelliten im erdnahen Orbit schafft Probleme. Anfallender Weltraumschrott nimmt damit exponentiell zu – mit der Gefahr unkontrollierter Kettenreaktionen“, warnt Rapp. Dennoch sollten professionelle Investoren das Thema New Space und dessen Zukunftschancen aktiv in den Blick nehmen, so das Fazit des FERI Cognitive Finance Institute.