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Die Bedeutung von Dividenden

August 2024
Regelmäßige Ausschüttungen können den Kapitalertrag langfristig kräftig steigern, ein Umstand, der laut BNY Mellon nicht unterschätzt werden sollte.
BNY Mellon
Jon Bell, BNY Mellon

Der Vermögensverwalter BNY Investments weist seit einiger Zeit auf die Risiken für die Bewertung der Wachstumswerte, die die Märkte dominiert haben (Magnificent 7), und auf die relative Unterbewertung von Dividendenaktien hin. In vielerlei Hinsicht kommt die Marktentwicklung also nicht überraschend, auch wenn das Tempo der Rotation heftig war. Gerade Dividendenaktien könnten BNY Investments zufolge auf absehbare Zeit nachhaltigen Rückenwind bekommen. Der Vermögensverwalter leitet dies aus der aktuellen Kursentwicklung bei Technologiewerten und der Performance von Dividendenaktien im Nachgang von Blasenbildungen bei Wachstumsaktien ab. Jon Bell, Portfoliomanager des BNY Mellon Global Equity Income Fund, verweist speziell auf die 1930er und die 2000er Jahre. „Damals machten Dividenden 100 Prozent der Gesamtrendite von Aktien aus.“

Im Vergleich dazu hatten Dividenden zu Beginn der 2020er Jahre einen vergleichsweise geringen Anteil an der Gesamtrendite, und zwar nur 24 Prozent. „Gründe dafür sind die quantitative Lockerung durch die Notenbanken und die Nullzinspolitik, die dazu beigetragen haben, stärker auf Wachstumswerte zu setzen“, erklärt der Experte. „Angesichts des Wendepunktes im Marktumfeld und des Endes vom ,kostenlosen Geld‘ gehen wir davon aus, dass wir im Jahr 2030 auf ein Jahrzehnt zurückblicken könnten, in dem Dividenden erneut entscheidend für die Rendite gewesen sind.“

Der Portfoliomanager betont, dass das günstige Umfeld für Dividendenwerte, wenn es gekommen ist, länger andauern könnte. Auch hierzu verweist er auf die Historie, speziell das Platzen der Nasdaq-Blase zur Jahrtausendwende. In den anschließenden zehn Jahren (1999 bis 2009) seien die Gewinne der Nasdaq-Unternehmen im Schnitt um knapp acht Prozent gestiegen, im übrigen Markt nur um 1,4 Prozent. „Gleichwohl sank das Kurs-Gewinn-Verhältnis, das der Markt für entsprechende Unternehmen zu zahlen bereit war, um 13,5 Prozent – für den Rest des Marktes nur um vier Prozent.

Infolgedessen performte der Nasdaq 100 in den folgenden zehn Jahren um 5,5 Prozentpunkte schlechter. Obwohl sich die Unternehmen besser entwickelten, wurden sie herabgestuft, was zur Minderperformance führte.“ Eine ähnliche Entwicklung habe es beim Nifty 50 Index, der 50 US-Wachstumswerte umfasste, zwischen 1972 und 1982 gegeben.

Ob sich diese Geschichte mit den Magnificent Seven wiederholen könnte? „Was wir wissen, ist, dass sich die Welt verändert hat. Die Bedingungen, die für Wachstumsaktien tendenziell günstig sind, liegen hinter uns, und die Bewertungen sind hoch“, sagt Bell. „Insofern stehen die Chancen sehr gut, dass sich die führenden Werte am Aktienmarkt vom aktuellen Stand aus ändern.