Trotz der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen bleibt die Sparbereitschaft in Österreich auf hohem Niveau. Finanzielle Vorsorge und langfristige Sparformen rücken immer stärker in den Fokus – besonders Fondssparpläne erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Das zeigt das aktuelle Anlagebarometer, eine repräsentative Online-Umfrage im Auftrag von Union Investment, für die 1.007 Personen in Österreich befragt wurden, die in privaten Haushalten über Finanzen entscheiden.
Gut die Hälfte der Befragten (55 Prozent) blickt derzeit eher pessimistisch auf die wirtschaftliche Entwicklung Österreichs in den kommenden zwölf Monaten und rechnet mit einer Verschlechterung der Lage. Dennoch bleibt das Vertrauen in die eigene finanzielle Situation stabil: Ebenfalls mehr als die Hälfte (52 Prozent) erwartet keine wesentlichen Veränderungen bei ihren persönlichen Finanzen. 29 Prozent blicken sogar optimistisch auf die eigene Finanzsituation und erwarten eine Verbesserung.
Besonders bemerkenswert ist, dass der Sparwille in Österreich ungebrochen bleibt: Von den Befragten, die optimistisch auf die eigene finanzielle Situation schauen, wollen 71 Prozent im nächsten Jahr mehr sparen. Selbst unter denjenigen, die der Meinung sind, dass ihre Finanzsituation unverändert bleibt, wollen 34 Prozent ihre Sparbemühungen erhöhen und mehr sparen, die Mehrheit möchte nichts verändern (60 Prozent). Bei denjenigen, die eine Verschlechterung ihrer eigenen finanziellen Situation erwarten, wollen mehr als 32 Prozent in Zukunft noch mehr zurücklegen.
FINANZTHEMEN IM FOKUS
Unabhängig von der eigenen finanziellen Ausgangslage beschäftigen sich rund sechs von zehn Befragten (62 Prozent) häufig oder zumindest gelegentlich mit Finanzthemen und Geldanlagemöglichkeiten – ein deutlicher Hinweis darauf, dass diese Themen die Menschen in Österreich beschäftigen. Ihre Informationen holen sich die meisten im Internet (61 Prozent) und in der Bank (40 Prozent). Informationsquellen wie das Fernsehen oder Podcasts werden nur von wenigen genutzt (sechs bzw. elf Prozent).
Bei den Sparzielen stehen der Aufbau von Notfallreserven (83 Prozent), Unabhängigkeit und Flexibilität (81 Prozent) und die private Altersvorsorge (77 Prozent) im Vordergrund. „Den Menschen in Österreich ist bewusst, dass sie sich aktiv um ihre Altersvorsorge kümmern müssen, um ihren Lebensstandard im Alter halten zu können“, kommentiert Jessica Bräu, Landesdirektorin von Union Investment Österreich, die Ergebnisse des Anlegerbarometers.
WISSENSLÜCKEN
Das klassische Sparbuch bleibt zwar das beliebteste Anlageprodukt – gut acht von zehn Befragten besitzen eines (83 Prozent) – doch bereits vier von zehn (40 Prozent) verfügen auch über Investmentfonds und jeder Fünfte (20 Prozent) spart regelmäßig mit einem Fondssparplan.
Besonders bei den 20- bis 39-Jährigen erfreuen sich Fondssparpläne zunehmend an Beliebtheit. In dieser Altersgruppe legen 23 Prozent der Befragten darüber regelmäßig ihr Geld zur Seite. „In bewegten Zeiten wie diesen, suchen die Menschen nach sicheren und zugleich chancenreichen Möglichkeiten, ihr Vermögen für die Zukunft abzusichern und weiter auszubauen. Fondssparpläne bieten dafür einen flexiblen und attraktiven Ansatz“, erklärt Bräu. Allerdings bestehen weiterhin große Wissenslücken: Über 40 Prozent der Befragten haben noch nie von Fondssparplänen gehört, bei Frauen sind es sogar fast 50 Prozent.
LANGFRISTIGE PERSPEKTIVE
Wer bereits einen Fondssparplan besitzt, verfolgt meist eine langfristige Strategie: 40 Prozent der Befragten planen, noch mindestens zehn Jahre oder länger in ihren Fondssparplan einzuzahlen. Für drei Viertel der Befragten ist eine monatliche Sparrate von 50 Euro gut machbar, wobei der Anteil unter den 20 bis 29- Jährigen am höchsten ist. Jüngere Anlegerinnen und Anleger zeigen sich zudem aktienbasierten Investments deutlich aufgeschlossener als ältere Generationen und betrachten Fondssparpläne gerne als Ergänzung zu anderen Anlageformen.
„Unsere Studie macht deutlich: Fondssparen ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Es bietet gerade auch jungen Menschen eine ideale Möglichkeit, schon frühzeitig mit kleinen Beträgen ein Vermögen für später aufzubauen“, so Bräu abschließend.

