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Folgen des „Deals“

Juni 2026
Paulo Salazar, Head of Emerging Markets bei Candriam, geht auf die Auswirkungen des USA-Iran-Abkommens auf Schwellenländeranlagen ein.
Candriam
Paulo Salazar, Candriam

Das Szenario eines Waffenstillstands beziehungsweise einer Deeskalation zwischen dem Iran und den USA untermauert das makroökonomische Umfeld, welches wir in den vergangenen Wochen bereits mit Investoren diskutiert haben: Geringere geopolitische Risiken, niedrigere Ölpreise, nachlassender Inflationsdruck und ein schwächerer US-Dollar schaffen ein konstruktives Umfeld für die Schwellenländer. Dies konstatiert Paulo Salazar, Head of Emerging Markets bei Candriam, in seinem Kommentar.

Ein anhaltender Rückgang der Ölpreise dürfte dazu beitragen, die Gesamtinflation in vielen Schwellenländern zu senken. Dies würde den Zentralbanken zusätzlichen Spielraum für geldpolitische Lockerungen verschaffen und die jeweiligen Finanzierungsbedingungen verbessern.

Der schwächere US-Dollar ist besonders vorteilhaft für Schwellenländeranlagen. Historisch betrachtet gingen Phasen eines schwächeren US-Dollars häufig mit einer stärkeren Entwicklung von Schwellenländeraktien und Lokalwährungen einher. Der Grund dafür ist, dass sich die externen Finanzierungsbedingungen verbessern und Kapitalströme über die USA hinaus breiter diversifiziert werden.

NIEDRIGERE ENERGIEPREISE

Niedrigere Energiepreise wirken für Nettoölimporteure wie ein positiver Terms-of-Trade-Schock. Sie stützen den Konsum, die Leistungsbilanzen sowie die Unternehmensgewinne in mehreren Schwellenländerregionen.

Wir sind weiterhin der Ansicht, dass dieses Umfeld eine Rotation innerhalb von Schwellenländeraktien auslösen könnte. Der Energiesektor, welcher während der jüngsten geopolitischen Spannungen überdurchschnittlich abgeschnitten hat, könnte einen Teil seiner relativen Gewinne wieder abgeben. Gleichzeitig könnte der Rohstoffsektor von verbesserten globalen Wachstumserwartungen und einer Normalisierung der Rohstoffmärkte profitieren.

Auch der Edelmetallsektor lohnt sich zu beobachten. Dieser blieb seit Beginn des Konflikts hinter den Erwartungen zurück, obwohl die geopolitische Unsicherheit erhöht war. Da sich der Fokus der Märkte zunehmend von Kriegsrisiken hin zu niedrigeren Zinsen, einem schwächeren US-Dollar und verbesserten Liquiditätsbedingungen verlagert, könnten Edelmetalle beginnen, aufzuholen.

Auf regionaler Ebene sehen wir insbesondere Nettoölimporteure als Gewinner, darunter Teile Asiens sowie Länder wie Südafrika. Auch in Lateinamerika dürften niedrigere Inflationsraten und günstigere globale Finanzierungsbedingungen unterstützend wirken – insbesondere dort, wo die Zentralbanken weiterhin Spielraum für zusätzliche Zinssenkungen haben.

Insgesamt stellt die Kombination aus niedrigeren Ölpreisen, rückläufiger Inflation, lockereren geldpolitischen Rahmenbedingungen und einem schwächeren US-Dollar eines der konstruktivsten makroökonomischen Umfelder für Schwellenländer dar, das wir in den vergangenen Quartalen beobachtet haben. Dies steht im Einklang mit dem Umfeld, das wir Investoren in den letzten Wochen vorgestellt haben.