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Inflation: Widersprüchliche Signale aus Europa

November 2026
Ulrike Kastens, Senior Economist bei Deutsche Asset Management, analysiert wesentliche Treiber und erklärt, weshalb sie in den Zahlen auch positive Aspekte sieht.
Deutsche Asset Management
Ulrike Kastens, Deutsche Asset Management

Der Aufwärtstrend der Inflation in der Eurozone setzte sich im Oktober 2026 weiter fort, konstatiert Ulrike Kastens, Senior Economist bei der Deutsche Asset Management, in ihrem Kommentar. So kletterte die Inflationsrate von 3,8 Prozent im September im Vergleich zum Vorjahreswert auf vier Prozent im Oktober. Die Kernrate blieb allerdings unverändert bei 2,5 Prozent, so dass sich eine Verbreiterung des zugrunde liegenden Inflationstrends bisher nicht abzeichnet. Dies ist erst einmal eine gute Nachricht für die Europäische Zentralbank (EZB).

ENERGIE ALS TREIBER

Insgesamt sind es weiterhin die Energiepreise, die den Anstieg der Lebenshaltungskosten in der Eurozone dominieren. Im Oktober stiegen sie um 20,8 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel verteuerten sich hingegen nur um 1,6 Prozent. Beides zusammen verstärkt aber die Debatte um „Alles wird teurer“. Während die Inflationsrate in Italien durch die Verteuerung von Konsumgütern und steigende Transportpreise kräftig anzog, zeichnet sich dies in der Eurozone nicht ab. Die Preise für Dienstleistungen und Konsumgüter blieben nahezu unverändert. Wir rechnen auch in den kommenden Monaten mit Inflationsraten von deutlich über 4 Prozent, ohne dass es allerdings zu einem deutlichen Anstieg des zugrunde liegenden Inflationstrends kommen sollte.

Dennoch ist gerade vonseiten der EZB weiterhin Wachsamkeit angesagt. Denn je länger die Energiepreise auf dem derzeitigen Niveau verharren, desto größer ist das Risiko von Zweitrundeneffekten. Die Tendenz der EZB zur weiteren Straffung der Geldpolitik („Tightening Bias“) ist daher mehr als angemessen.