Der US-Arbeitsmarkt hat im April rund 115.000 Stellen aufgebaut. Gleichzeitig haben sich die Erwerbsquote wie auch die Arbeitslosenquote kaum verändert. Die Daten sind ein weiterer Beleg dafür, dass sich der Arbeitsmarkt und damit auch das Konsumpotenzial infolge Trumps Wirtschaftspolitik, der höheren Unsicherheit sowie des zunehmenden Einsatzes von KI zwar abgeschwächt haben. Ein abrupter Einbruch ist aber weiterhin nicht zu erkennen. Die FED sollte deshalb auch künftig einen klaren Fokus auf die erhöhten Inflationsrisiken haben, meint Johannes Mayr, Chefvolkswirt bei Eyb & Wallwitz.
Laut offiziellem Arbeitsmarktbericht stieg die Beschäftigung in den USA im April um 115.000 Stellen, nach 185.000 im März. Das ist die zweite positive Überraschung in Folge. Die Beschäftigungsentwicklung der Vormonate wurde nur leicht nach unten revidiert. Interessanter als die Gesamtzahl ist aber erneut die Entwicklung in den einzelnen Sektoren. Deutlich positiv fiel die Entwicklung erneut im Gesundheitssektor (+37.000) sowie im Handel (+22.000) und im Transportsektor (+30.000) aus. Im Technologiesektor setzte sich die schwächere Beschäftigungsentwicklung der vergangenen Monate fort (-13.000).
Auch im öffentlichen Sektor sank die Beschäftigung. Wenig Veränderungen gab es in der Industrie und in der Bauwirtschaft. Das Arbeitsangebot hat sich wenig verändert. Die Erwerbsquote sank leicht auf 61,8 Prozent. Die Arbeitslosenquote lag wie in den Vormonaten konstant bei 4,3 Prozent. Auch die Lohndynamik zeigte mit einem monatlichen Plus von 0,2 prozent wenig Bewegung. Der Lohndruck für die Unternehmen bleibt begrenzt.
Die Aprildaten zum US-Arbeitsmarkt bestätigen das Bild einer Seitwärtsbewegung auf niedrigerem Niveau. Dabei spricht bislang wenig für eine klassische konjunkturelle Verlangsamung. Vielmehr spiegeln die Daten vor allem die Folgen der restriktiveren Migrations- und Handelspolitik sowie des beschleunigten Einsatzes von KI, die den Arbeitsmarkt strukturell bremsen. Das Risiko eines abrupten Nachfrageeinbruchs am Arbeitsmarkt bleibt begrenzt. Allerdings drohen Belastungen für den Konsum von anderer Seite. Hierzu zählen die höheren Ölpreise infolge des Iran-Kriegs, die wie eine zusätzliche Steuer auf den Konsum wirken und zugleich den Inflationsdruck erhöhen. Hinzu kommen die geopolitischen Unsicherheiten rund um das Verhältnis zwischen den USA und China.

