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Langfristig zu mehr Vermögen

Februar 2024
Weshalb Anleger trotz neuer Höchststände investiert bleiben sollten, auch weil sie mit zwischenzeitlichen Gewinnmitnahmen schlechter abschneiden würden, erläutert Duncan Lamont, Schroders, anhand historischer Praxisbeispiele, die bis 1926 zurückreichen.
Schroders
Duncan Lamont, Schroders

Der US-Aktienmarkt hat Mitte Dezember ein neues Allzeithoch erreicht und ist seitdem weiter gestiegen. Ende Januar lag er beinahe drei Prozent über dem bisherigen Höchststand. Viele Anleger sind nun verunsichert und befürchten einen bevorstehenden Absturz, konstatiert Duncan Lamont, Head of Strategic Research bei Schroders.

Zudem haben viele Anleger ihre Anlagen im Jahr 2023 in Bargeld umgeschichtet, da sie von den hohen Zinsen angezogen wurden. Der Gedanke, dieses Geld wieder anzulegen, wenn der Aktienmarkt ein Allzeithoch erreicht hat, widerstrebt ihnen. Aber ist das gerechtfertigt? Die Ergebnisse der Analyse der Aktienmarktrenditen seit 1926 zeigen eindeutig: Nein.

Tatsächlich befindet sich der Aktienmarkt nämlich häufiger auf einem Allzeithoch, als man vermuten würde. In den 1176 Monaten seit Januar 1926 erreichte der Markt in 354 Monaten davon, also in 30 Prozent der Fälle, ein Allzeithoch.

Und im Durchschnitt entwickelten sich die 12-Monats-Renditen nach Erreichen eines Allzeithochs besser als zu anderen Zeitpunkten: 10,3 Prozent über der Inflation im Vergleich zu 8,6 Prozent, wenn der Markt nicht auf einem Höchststand war. Auch die Renditen über einen Zwei- oder Dreijahreshorizont schnitten durchschnittlich besser ab.

UNTERSCHIEDE VERSTÄRKE SICH IM LAUFE DER ZEIT

100 US-Dollar, die im Januar 1926 in den US-Aktienmarkt investiert worden wären, wären Ende 2023 inflationsbereinigt 85.008 US-Dollar wert, das entspricht einem jährlichen Wachstum von 7,1 Prozent.

Im Gegensatz dazu ergibt sich bei einer Anlagestrategie, die jedes Mal, wenn der Markt ein Allzeithoch erreicht, für den nächsten Monat aus dem Markt aussteigt und in Barmittel umschichtet (und immer dann wieder einsteigt, wenn er nicht auf einem Allzeithoch ist), ein Wert von nur 8.790 US-Dollar. Das ergibt einen Verlust von 90 Prozent im Vergleich. Die Wertentwicklung dieses Portfolios betrüge inflationsbereinigt 4,7 Prozent. Langfristig gesehen, ergeben sich daraus erhebliche Unterschiede der Renditen.

WERTZUWACHS VON 100 US-DOLLAR

Die vorliegende Analyse umfasst einen Zeitraum von fast 100 Jahren, also länger als der Anlagehorizont der meisten Menschen. Aber selbst bei einem kürzeren Zeithorizont wäre den Anleger eine Menge potenzieller Erträge entgangen, wenn sie sich in der Hochphase des Marktes zurückgezogen hätten.

Es ist zwar nicht ungewöhnlich, dass man nervös wird, wenn sich der Aktienmarkt auf einem Allzeithoch befindet, aber die Vergangenheit zeigt, dass es für die Vermögensbildung nicht förderlich gewesen wäre, diesem Gefühl nachzugeben. Es mag triftige Gründe dafür geben, warum man nicht in Aktien investieren möchte, aber ein Allzeithoch an der Börse sollte keiner davon sein.